Sonntag, 29. Januar 2006

Hinterlassenschaft einer großzügigen Tante

Wie Rumäniens sozialdemokratischer Parlamentspräsident Adrian Nastase sein Vermögen vermehrte ...

Danke an tobistexte für den Hinweis!

Donnerstag, 12. Januar 2006

Der Elfmeterkiller von Sevilla

Wenn meine Freundin, die so ziemlich keine Ahnung von Fussball hat, wie aus der Pistole geschossen alle wichtigen Namen und Daten über ein 1986 stattgefundenes Fussballspiel runterrattern kann, dann kann da was nicht stimmen, habe ich mir gedacht und festgestellt, dass es sich um ein wirklich großes Spiel gehandelt hat. Die Rede ist vom Finale des guten alten Pokals der Landesmeister 1986 in Sevilla zwischen Steaua Bukarest (!) und Barcelona. Klare Sache, sollte man meinen. 5:0 für Barca, oder so ähnlich. Doch tatsächlich schlugen sich die Bukarester vor 70.000 Zuschauern wacker durch reguläre Spielzeit und Verlängerung. Eigentlich ist dies ja schon eine Sensation für sich, aber es kam noch toller. Helmut Duckadam, Steauas Torhüter, ließ die Spanier verzweifeln, indem er 4 Elfmeter in Folge hielt! Somit stellte er einen neuen Rekord auf und - was natürlich viel wichtiger war - sicherte seiner Mannschaft den 2:0 Erfolg über den haushohen Favoriten Barcelona. Die Sensation war perfekt und ein nationaler Mythos geschaffen.
Helmut Duckadam mit dem Pokal der Landesmeister.
Das Bild stammt von einer sehr schönen homepage über Helmut Duckadam.


Die Spieler:
Ducadam - Belodedici - Iovan, Bumbescu, Barbulescu - Balint, Balan (Iordanescu), Majaru, Boloni - Lacatus, Piturca (Radu)

Drei Jahre später stand Steaua wieder im Finale. Anders als beim Erfolg von 1986, wo die Bukarester abgesehen vom Halbfinale gegen Anderlecht aufgrund schwacher Gegner geradezu ins Finale spazierten, mußten sie diesesmal erst an namhaften Mannschaften wie Sparta Prag (7:3), Spartak Moskau (5:1), IFK Göteborg (5:2) und schließlich Galatasaray Istanbul (5:1) vorbei, was, wie an den Ergebnissen zu sehen, recht überzeugend gelang (die Zahlen in Klammern beziehen sich auf Hin- und Rückspiel). Im Endspiel gingen sie dann jedoch 0:4 gegen den AC Milan unter.

Eindrücke II

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Mein Haus in Dacia in Iasi.

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"Meine" Mülltonnen

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Auf meinem Weg zur Arbeit

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Bulevardul Copou

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Das Goethe-Zentrum in Iasi, in dem ich 2 Monate lang Praktikant war.

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Mein Blick aus dem Küchenfenster auf eine sich ewig im Bau befindliche Kirche.

Armut trotz Reichtums

Ist zwar nicht im positiven Sinne amüsant, aber immerhin paradox. Das unbebaute und von Gras bewachsene Grundstück auf dem Photo befindet sich auf dem Bulevardul Independentie, einer der Hauptverkehrsadern Iasis.
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Liebendgerne würde die Stadt diese brachliegende Fläche sinnvoll nutzen, doch weigert sich deren Besitzerin seit Jahren, ihr Eigentum an die Stadt zu verkaufen. Das Kuriose daran: Die gute alte Frau ist so arm, dass sie sich aus Mülltonnen ernährt (Ich kenne zufällig ihren Nachbarn), aber leider Gottes ebenso senil und versteht von daher nicht wie reich sie wäre, würde sie doch einfach verkaufen ... Der Stadt Iasi bleibt nichts anderes übrig, als die biologische Lösung abzuwarten.

Eindrücke I

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Die Medizinische Fakultät von Iasi.


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Freiheitsstatue


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Bibliothek


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Bulevardul Independentie


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Hab ich vergessen *schäm

Mittwoch, 21. Dezember 2005

Die Rumänen und das Schwimmen

Während meines Auslandssemesters in Thessaloniki in Griechenland saß ich mit einer Gruppe von Rumänen zusammen und wir erzählten uns gegenseitig Stories und Anekdötchen. Als ich an der Reihe war, berichtete ich davon, wie es mir gleich zwei Mal passiert war, zu weit ins Meer hinaus zu schwimmen und verdammte Schwierigkeiten zu haben, wieder lebend an den Strand zu gelangen. Nachdem ich dann geschildert hatte, wie ich mich aus den jeweiligen Situationen befreit hatte, sahen mich alle schweigend an und ich war ganz stolz darauf, dass meine Geschichte so gut angekommen war, bis dann der erste ganz erstaunt fragte:"Krass! Du kannst schwimmen?" ...

Und das Beste an der Story: In Iasi / Rumänien ist mir das Selbe dann nochmal passiert ...

Habe bisher erst einen Schwimmer in Rumänien kennengelernt.

Montag, 19. Dezember 2005

Schäfer entdeckt ca. 80 tote Föten in der Nähe von Iasi

Allem Anschein nach stammen die Föten aus dem Anatomischen Institut in Iasi und sollen vor ca. 10 Jahren für Lehrzwecke genutzt worden sein. Ein Mitarbeiter des Instituts konnte zwar einige der Föten identifizieren, doch konnte auch er nicht erklären, wieso sie nun in freier Landschaft wiedergefunden wurden.
Im rumänischen Fernsehen wurde die Theorie aufgestellt, dass ein Mitarbeiter einen wie auch immer gearteten Fehler mit den Föten begangen haben soll und dann alles zu vertuschen versuchte.

Rumänische Damen sind Vize-Weltmeisterinnen im Handball

Nachdem sich die rumänische Damenmannschaft mit 5 Siegen in der Gruppenphase gegen Deutschland, Dänemark, Brasilien, Ukraine und Frankreich eindrucksvoll für das Finale qualifiziert hatte, unterlag sie dort Russland mit 28:23.

Der Nationalpoet Mihai Eminescu

Mihai Eminescu wurde am 15. Januar 1850 in Botosani geboren und brannte bereits mit 16 Jahren mit einem Wandertheater durch. In Wien und Berlin studierte er von 1869 bis 1874 Philosphie, wodurch er auch von der deutschen Literatur beeinflußt wurde und einige Werke ins Rumänische übersetzte.
Wieder in Rumänien verdiente er seinen Lebensunterhalt unter anderem als Deutschlehrer und als Journalist. Am 15. Juni 1889 starb Eminescu an der Syphilis, die ihn bereits seit 1883 geistig umnachteten ließ. Sein Werk bildet einen wesentlichen Meilenstein bei der Entwicklung der rumänischen Hochsprache.

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Und Wenn

Und wenn ein Zweig ans Fenster schlaegt,
Und wenn die Pappeln rauschen,
Ist's dass ich wieder tief bewegt
Dir nahe, um zu lauschen.

Und funkeln Sterne aus dem See,
Erhellend seine Tiefen,
So lindern Sehensucht sich und Weh,
Die lang im Herzen schliefen.

Und wenn der dichten Wolken Ziehn,
Die Mondesstrahlen traenken,
Ist's, dass ich neu verzaubert bin
Von deinem Angedenken.


(Tradus de Alfred Margul-Sperber)

Sonntag, 18. Dezember 2005

Der Karparten-Maradona

Gheorghe Hagi ist wohl der international bekannteste rumänische Fussballer und nahm an den Weltmeisterschaften 1990, 1994 und 1998 teil. Für Furore sorgte er vor allem 1994 in den USA, als er Rumänien überraschend ins Viertelfinale führte und sogar Argentinien schlug.
Auch bei zwei Europameisterschaften war er mit von der Partie: als 19-jähriger 1984 in Frankreich und 2000 in den Niederlanden und Belgien, wo er seine Karriere als Nationalspieler unrühmlich mit einer gelb-roten Karte im Viertelfinale gegen Italien beendete.
Trotz seiner Fähigkeiten gelang es Hagi nie, sich richtig in einem großen europäischen Verein durchzusetzen.
Dennoch gelang es ihm im Jahr 2000 mit Galatasaray Istanbul unerwartet den UEFA-Cup zu gewinnen.
Als Trainer beschränken sich seine Erfolge bisher auf den Gewinn des türkischen Pokals mit Galatasaray Istanbul 2005. Als Nationaltrainer Rumäniens -sein erstes Amt als Trainer überhaupt- trat er nach vier Spielen zurrück, weil ihm die Qualifikation für die WM 2002 nicht gelungen war.
Seit kurzem trainiert Hagi, Rumäniens Fussballer des Jahrhunderts, Politehnica Timisoara und belegt den 4. Tabellenplatz in der rumänischen Divizia Nationala.

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Vereine:
Farul Constanta 1982-1983
Sportul Studentesc 1983-86
Steaua Bukarest 1986-1990
Real Madrid 1990-1992
Brescia Calcio 1992-1994
FC Barcelona 1994-1996
Galatasaray Istanbul 1996-2001

Nationalmanschaft
125 Spiele und 35 Tore

Trainerstationen
Nationaltrainer Rumäniens
Bursaspor
Galatasaray Istanbul
Politehnica Timisoara

Titel
als Spieler:
rumänischer Meister mit Steaua Bukarest 1987, 1988, 2000
rumänischer Pokalsieger mit Steaua Bukarest 1987, 1989
rumänischer Torschützenkönig 1985, 1986
Rumäniens Fußballer des Jahres: 1985, 1987, 1993, 1994, 1997, 1999, 2000
Rumäniens Fussballer des Jahrhunderts

türkischer Meister mit Galatasaray Istanbul 1997, 1998, 1999, 2000
türkischer Pokalsieger mit Galatasaray Istanbul 1999, 2000

UEFA-Cup 2000 mit Galatasaray Istanbul

als Trainer:
türkischer Pokalsieger mit Galatasaray Istanbul 2005

Wer war eigentlich Graf Dracula?

Vlad III. Draculea (=kleiner Drache oder Sohn des Drachen) wurde 1431 in Sighisoara (Schässburg) geboren und war 1448, 1456-1462 und 1476 Herrscher über die Wallachei, die heute zu Rumänien gehört. Den Beinamen Draculea erhielt er durch seinen Vater Vlad II. Dracul (=der Drache), der so bezeichnet wurde, weil er der obersten Klasse des Drachenordens angehörte. Im Rumänischen jedoch bedeutet Dracula der Teufel, was vielleicht zur Mythenbildung um Vlad beigetragen hat. Seinen zweiten Beinamen Tepes (=der Pfähler)trug er, da er seine Feinde -hauptsächlich türkische Kriegsgefangene- auf die grausame orientalische Weise zu pfählen pflegte. 1476 starb er im Kampf gegen die Türken.

dracula

Die Erinnerungen an Vlad III. könnten kaum mehr auseinanderdriftend sein. Auf der einen Seite der brutale Tyrann, auf der anderen Seite der unbeugsame Kämpfer für Recht und gegen Korruption. Der Kriegsheld, der Europa vor den Türken schützte. Sponnen sich einerseits düstere Legenden über eine Vielzahl von Schandtaten die Vlad begangen haben soll, hat sich bis heute ein Sprichwort erhalten, das ihn zurückwünscht, um wieder den Kampf gegen die Korruption aufzunehmen. Vielleicht wird man ihm am Gerechtesten, wenn man berücksichtigt, dass er ein Kind seiner Zeit war und von diesem Standpunkt aus betrachtet eigentlich nicht zu sehr aus der Rolle fällt. Die unterschiedlichen Bewertungen seiner Taten mögen mit den verschiedenen Standpunkten der Völker zusammenhängen, die von Vlad beherrscht wurden oder in welcher Weise auch immer Kontakt zu ihm hatten.

Ein Vampir jedoch war er ganz sicher nicht und ist es wohl auch nach seinem Tode nicht geworden. Bram Stoker, der Erfinder des literarischen Grafen, wurde zwar durch die dem realen Dracula nachgesagten Schauergeschichten inspiriert, doch hat sein Vampir kaum mehr als den Namen mit ihm gemeinsam.

Rumänien ist der Mythos um den Grafen jedoch alles andere als Unrecht, läßt er sich doch leicht als Touristenattraktion ausschlachten.

Warum Rumänien?

Dem gewöhnlichen Durchschnittsdeutschen fällt ungefähr folgendes zu Rumänien ein: Dracula, Zigeuner, Ceausescu, Karparthen, Transsilvanien, Hagi und Mutu.

Das war zumindest mein Wissensstand, bevor ich meine rumänische Freundin kennen gelernt und zwei Monate in Iasi, der kulturellen Hauptstadt des Landes, gelebt habe.

Um dem geneigten Blog-Konsumenten Rumänien ein wenig näher zu bringen, werden regelmäßig Artikel über Politik, Geschichte, Kultur und Sport veröffentlicht werden.

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