Sonntag, 18. Dezember 2005

Der Karparten-Maradona

Gheorghe Hagi ist wohl der international bekannteste rumänische Fussballer und nahm an den Weltmeisterschaften 1990, 1994 und 1998 teil. Für Furore sorgte er vor allem 1994 in den USA, als er Rumänien überraschend ins Viertelfinale führte und sogar Argentinien schlug.
Auch bei zwei Europameisterschaften war er mit von der Partie: als 19-jähriger 1984 in Frankreich und 2000 in den Niederlanden und Belgien, wo er seine Karriere als Nationalspieler unrühmlich mit einer gelb-roten Karte im Viertelfinale gegen Italien beendete.
Trotz seiner Fähigkeiten gelang es Hagi nie, sich richtig in einem großen europäischen Verein durchzusetzen.
Dennoch gelang es ihm im Jahr 2000 mit Galatasaray Istanbul unerwartet den UEFA-Cup zu gewinnen.
Als Trainer beschränken sich seine Erfolge bisher auf den Gewinn des türkischen Pokals mit Galatasaray Istanbul 2005. Als Nationaltrainer Rumäniens -sein erstes Amt als Trainer überhaupt- trat er nach vier Spielen zurrück, weil ihm die Qualifikation für die WM 2002 nicht gelungen war.
Seit kurzem trainiert Hagi, Rumäniens Fussballer des Jahrhunderts, Politehnica Timisoara und belegt den 4. Tabellenplatz in der rumänischen Divizia Nationala.

hagi

Vereine:
Farul Constanta 1982-1983
Sportul Studentesc 1983-86
Steaua Bukarest 1986-1990
Real Madrid 1990-1992
Brescia Calcio 1992-1994
FC Barcelona 1994-1996
Galatasaray Istanbul 1996-2001

Nationalmanschaft
125 Spiele und 35 Tore

Trainerstationen
Nationaltrainer Rumäniens
Bursaspor
Galatasaray Istanbul
Politehnica Timisoara

Titel
als Spieler:
rumänischer Meister mit Steaua Bukarest 1987, 1988, 2000
rumänischer Pokalsieger mit Steaua Bukarest 1987, 1989
rumänischer Torschützenkönig 1985, 1986
Rumäniens Fußballer des Jahres: 1985, 1987, 1993, 1994, 1997, 1999, 2000
Rumäniens Fussballer des Jahrhunderts

türkischer Meister mit Galatasaray Istanbul 1997, 1998, 1999, 2000
türkischer Pokalsieger mit Galatasaray Istanbul 1999, 2000

UEFA-Cup 2000 mit Galatasaray Istanbul

als Trainer:
türkischer Pokalsieger mit Galatasaray Istanbul 2005

Wer war eigentlich Graf Dracula?

Vlad III. Draculea (=kleiner Drache oder Sohn des Drachen) wurde 1431 in Sighisoara (Schässburg) geboren und war 1448, 1456-1462 und 1476 Herrscher über die Wallachei, die heute zu Rumänien gehört. Den Beinamen Draculea erhielt er durch seinen Vater Vlad II. Dracul (=der Drache), der so bezeichnet wurde, weil er der obersten Klasse des Drachenordens angehörte. Im Rumänischen jedoch bedeutet Dracula der Teufel, was vielleicht zur Mythenbildung um Vlad beigetragen hat. Seinen zweiten Beinamen Tepes (=der Pfähler)trug er, da er seine Feinde -hauptsächlich türkische Kriegsgefangene- auf die grausame orientalische Weise zu pfählen pflegte. 1476 starb er im Kampf gegen die Türken.

dracula

Die Erinnerungen an Vlad III. könnten kaum mehr auseinanderdriftend sein. Auf der einen Seite der brutale Tyrann, auf der anderen Seite der unbeugsame Kämpfer für Recht und gegen Korruption. Der Kriegsheld, der Europa vor den Türken schützte. Sponnen sich einerseits düstere Legenden über eine Vielzahl von Schandtaten die Vlad begangen haben soll, hat sich bis heute ein Sprichwort erhalten, das ihn zurückwünscht, um wieder den Kampf gegen die Korruption aufzunehmen. Vielleicht wird man ihm am Gerechtesten, wenn man berücksichtigt, dass er ein Kind seiner Zeit war und von diesem Standpunkt aus betrachtet eigentlich nicht zu sehr aus der Rolle fällt. Die unterschiedlichen Bewertungen seiner Taten mögen mit den verschiedenen Standpunkten der Völker zusammenhängen, die von Vlad beherrscht wurden oder in welcher Weise auch immer Kontakt zu ihm hatten.

Ein Vampir jedoch war er ganz sicher nicht und ist es wohl auch nach seinem Tode nicht geworden. Bram Stoker, der Erfinder des literarischen Grafen, wurde zwar durch die dem realen Dracula nachgesagten Schauergeschichten inspiriert, doch hat sein Vampir kaum mehr als den Namen mit ihm gemeinsam.

Rumänien ist der Mythos um den Grafen jedoch alles andere als Unrecht, läßt er sich doch leicht als Touristenattraktion ausschlachten.

Warum Rumänien?

Dem gewöhnlichen Durchschnittsdeutschen fällt ungefähr folgendes zu Rumänien ein: Dracula, Zigeuner, Ceausescu, Karparthen, Transsilvanien, Hagi und Mutu.

Das war zumindest mein Wissensstand, bevor ich meine rumänische Freundin kennen gelernt und zwei Monate in Iasi, der kulturellen Hauptstadt des Landes, gelebt habe.

Um dem geneigten Blog-Konsumenten Rumänien ein wenig näher zu bringen, werden regelmäßig Artikel über Politik, Geschichte, Kultur und Sport veröffentlicht werden.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

ANTWORT BITTE
antwort:
yolo1982 (Gast) - 5. Nov, 10:39
echt????
HALLO!!!STIMT DAS ...´´???
yolo1982 (Gast) - 5. Nov, 10:38
Test
Das ist ein Test.
Hannibal216 - 13. Nov, 09:59
Europapokal 2008/09
Und wieder erwarten uns rumänisch-deutsche Wochen in...
Hannibal216 - 3. Okt, 12:31
Adrian Mutu
Als wohl einziger noch aktiver internationaler Fussballstar...
Hannibal216 - 1. Okt, 15:49

Suche

 

Status

Online seit 7375 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Nov, 10:39

Credits


Amuesant
Eindruecke
Geschichte
Kultur
Nachrichten
Politik
Sport
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
development